Allversöhnung

Heute mal ein Zitat zum Kommentieren für euch:
Derjenige ist ein Narr, der die Allversöhnung predigt; derjenige ist ein Narr, der nicht an sie glaubt.“ (Karl Barth)

Wird, die Schöpfung mit all ihren Menschen, Tieren, Pflanzen und aller Materie nicht doch irgendwann ganz und gar versöhnt, vollständig erlöst? Hat Gott nicht selbst den Traum einer vollkommenen Versöhnung aller Geschöpfe mit ihm und hat er nicht diese Sehnsucht auch in unsere Herzen gelegt?
Vollkommene Liebe wäre die Erlösung aller, ohne ihre Willensfreiheit einzuschränken, d.h. ohne zur Liebe und zur Erlösung zu zwingen. Der einzig vorstellbare Weg dazu wäre die uneingeschränkte Gotteserkenntnis, die uns dazu bewegt, Gott freiwillig und uneingeschränkt zu vertrauen.
Gibt es Zwischenwelten, nach dem Konzept des katholischen „Fegefeuers“, die es uns ermöglichen, Gott vollkommen in all seiner Schönheit und Liebe zu erkennen und existiert damit nach dem Tod eine Möglichkeit zur Entscheidung für Gott im vollen Besitz der Erkenntnis Gottes?
Und würden wir uns überhaupt für Gott entscheiden, wenn wir in die Lage versetzt wären, ihn ganz zu erkennen?…wahrscheinlich nicht, denn Glaube an Gott ist ja gerade „Vertrauen, und im Vertrauen bezeugt sich die Wirklichkeit dessen, worauf wir hoffen“ (Hebräer 11, 1)…Glaube ist demnach ein Akt des Vertrauens, ohne vollkommen zu wissen und zu erkennen.
Was denkt ihr dazu?

5 Reaktionen zu “Allversöhnung”

  1. storch

    die schöpfung ist da nicht so das problem. die schwierigkeit an einer allversöhnung ist der mensch mit seiner fähigkeit sich zu entscheiden. die schöpfung macht eh, was gott will.
    bezüglich des menschen kann es keine allversöhnung geben, weil sich nicht alle entscheiden, ihre freiheit entsprechend zu gebrauchen.

  2. Anne

    Auch die Schöpfung ist teilweise von Gott getrennt und macht keineswegs, was Gott will. Auch in der Schöpfung zeigt sich bspw. seit dem Sündenfall das gegenseitige Verhältnis des Mißtrauens und der Konkurrenz, des Fressens und Gefressenwerdens, in dem auch wir Menschen uns seitdem verstricken.

    Die wichtigste Frage ist aber: WARUM entscheiden sich nicht alle dafür, ihre Freiheit zusammen MIT Gott, nicht getrennt von ihm zu gebrauchen? Würden sich nicht die allermeisten für Gott entscheiden, wenn sie ihn wirklich erkennen könnten?
    Warum diese Frage für mich gerade wichtig ist, zeigt folgende Überlegung:
    Eine irreversible Verbannung des Menschen aufgrund seiner Entscheidung auf dieser Welt gegen Gott, also eine Hölle, die keine Entscheidung für Gott mehr ermöglicht - respektiert den freien Willen des Menschen nur in der kurzen Zeit bis zum Tode, danach nicht mehr.
    Eine solche ewige Gottesferne (Hölle) wäre in diesem Zusammenhang genauso deterministisch wie eine Allversöhnung und passt nicht zu dem freien Willen, den Gott uns geschenkt hat, weil er uns als freiwillig ihn liebende Menschen und Gegenüber will und weil er sich nach echter freiwilliger Versöhnung mit den Menschen sehnt…
    Ein Gott, der unseren freien Willen überhaupt nicht respektiert, kann kein liebender Gott sein, weil er uns zur Liebe zwingt. Zwang und Liebe schließen sich jedoch gegenseitig aus.

    “Himmel” und “Hölle” können kein ewiger Status quo sein, der aufgrund unserer Entscheidung auf der Erde festgehalten wird. Hätte Gott vielleicht Lust, bis in alle Ewigkeit mit uns in einer festgefrorenen Liebe, die keine Gegenentscheidung mehr ermöglicht, im Himmel abzuhängen (so ne Art Ehe, die nur noch aus Tradition, wegen der Entscheidung von vor 500 Jahren, zusammenhält)? Und würde Gottes Herz nicht vor allem unglaublich wehtun, wenn in der Hölle jemand ruft, der doch noch zu Gott will?
    Umgekehrt wären Himmel und Hölle, die weiterhin ständige Entscheidungsfreiheit offen lassen, wieder nur eine Erweiterung und Reproduktion unseres Lebens im Diesseits.
    Ich glaube, wir können nicht aus dem Himmel fallen. Eben weil wir dort GOTT IN SEINER LIEBE ERKENNEN.
    Weil wir (im Gegensatz zu Adam und Eva) das Böse kennengelernt haben, steht uns mit einer vollkommenen Gotteserkenntnis auch die Entscheidung offen, ihn zu lieben. So wird sich kaum jemand, der Gott wirklich vollkommen erkennt und auch die Sünde auf der Erde kennt, freiwillig gegen ihn entscheiden.

  3. Nico

    Ich hätte zu dem Thema eigenen Willen aller Schöpfung nur diesen einen Gedanken eingebracht. Laut Offenbarung wird der Widersacher (Satan, die Schlange) und der Tod als letzte Feinde Gottes in den Feuersee (2. Tod) geworfen. Wo ist da der freie/eigene Wille ?
    Ist es nicht vielmehr alles Gottes Plan und die Gedanken der Menschen sind nicht Gottes Gedanken…………………
    Es möge Gottes Wille Geschehen und nicht der der Menschen.

  4. Achti

    Mich interessiert, wo genau dieses Zitat zu finden ist. Ob ich da eine bibliographische Angabe bekommen könnte?

  5. Tom

    Entscheidend ist für mich die Frage der ewigen Hölle, ewigen Verdammnis.

    Im Alten Testament und bei Paulus gibt es keine ewige Verdammnis und Jesus gebraucht das Wort Gehenna und bezieht sich dabei alttestamentlich auf das Tal bei Jerusalem wo u.a. Leichen verbrannt wurden.

    Der heidnische Begriff Hölle wurde in die christliche Terminologie eingeführt und zudem verewigt.

    Gott sagt nicht von sich, er sei der Zorn, aber er sagt von sich, er sei die Liebe.

    Eine Milliarden Jahre andauernde Quälhölle ist damit nicht vereinbar.

    Paulus sagt:
    Röm. 11
    32 Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, damit er sich aller erbarme.

    Jesus sagt zuvor:

    Joh 12
    31 Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden. 32 Und ich, wenn ich geoffenbart von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.

    Paulus vervollständigt das:

    Kol 1
    16 Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: ALLES ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; 17 und {er} ist vor allem, und alles besteht durch ihn. 18 Und {er} ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe; 19 denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen 20 und durch ihn ALLES mit sich zu versöhnen - indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes - durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist

    Danach ist Allversöhnung höchst wahrscheinlich.

    Auf meiner Webseite habe ich die Ewige Hölle entsprechend thematisiert.

    Freundliche Grüße
    Tom

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