Hiob 4 – Die Frage nach der Erkenntnis Gottes


…aber schlägt Hiob mit seiner Überzeugung von der eigenen Unschuld nicht ein bißchen über die Stränge? Wie kann Hiob von sich behaupten, dass er unschuldig ist. Wie kann er sich erdreisten, zu beurteilen, wie Gott ihn sieht. Wie kann Hiob nur so stolz sein, dass er meint zu wissen, nach welchen Maßstäben Gott richtet. Woher nimmt er die Sicherheit, dass er Gottes Freund ist, dass Gott ihn gut findet. Woher will er wissen, ob Gott nicht noch irgendeine kleine Sünde über ihn in irgendeinem akribisch und genau geführten Sündenregister im Himmel stehen hat, die Hiob selbst vielleicht noch nicht mal absichtlich getan hat? Haben seine Freunde nicht Recht, wenn sie seinen Stolz verurteilen?

Hiob verweist auf die Grundfrage: Wie können wir Gott erkennen? Macht er sich uns erkenntlich? Offenbart Gott die Art, wie er uns sieht? Können wir mit unserem Rechts- und Unrechtsempfinden, dass ja auf unserer Erkenntnis Gottes beruht, beurteilen, wie Gott uns beispielsweise sieht?

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