Hiob 7: Gott antwortet mit Fragen

Gott antwortet auf die Grundsatzfrage nach der Erkenntnis Gottes selbst wieder durch Fragen: „Wer bist du, dass du meinen Plan anzweifelst, von Dingen redest, die du nicht verstehst? (…) Ich will dich fragen. Gib du mir Bescheid. Wo warst du denn, als ich die Erde machte? Wenn du es weißt, dann sage es mir doch!…“ (Hiob38,2-4) Gott weist damit auf die Grenzen unserer Erkenntnisfähigkeit hin. „Mit mir, dem Mächtigen willst du dich streiten? Willst du mich tadeln oder gibst du auf?“ (Hiob 40,2) Und Hiob gesteht ein: „In meinem Unverstand hab ich geredet, von Dingen, die mein Denken übersteigen“ (Hiob 42,3) Aber anschließend gibt Gott Hiob Recht. Er sagt zu den Freunden Hiobs: „ihr habt nicht die Wahrheit über mich gesagt.“

Vielmehr erweisen sich beide Antworten auf die Frage nach der Erkenntnis Gottes als GOTTESBILDER. Gott selbst antwortet demnach auch Hiob und seinen Freuden ganz im Sinne vom Verbot, sich Götzenbilder - Idole - Id(e)ologien zu machen…er destruiert alle Gottesbilder durch Fragen… aber er distanziert sich von der irrationalen Spiritualität der Freunde Hiobs. Die Begrenztheit des menschlichen Vernunft legitimiert nicht die Dummheit und nicht den Mißbrauch des Namen Gottes.

Gott hingegen drückt auf krasse Art und Weise aus, was seine Liebe eigentlich bedeutet: Gott gibt sich an uns hin. Er macht sich trotz seiner Souveränität für uns einschätzbar. Er lässt sich, obwohl er das nicht ansatzweise nötig hätte, auf unsere Erkenntniskategorien ein…macht sich freiwillig kontrollierbar und bleibt dennoch souverän.

Dadurch ist die Ausgangsfrage nach der Qualität der Beziehung Gottes zu Hiob geklärt. Die Frage, ob Hiob nur ein christlicher Nutzenmaximierer ist, der aus einer egoistischen Motivation glaubt, ist nur eine Konsequenz der Frage, ob Gott sich uns erkenntlich macht. Wenn er das nämlich nicht tut, dann ist unsere Beziehung zu ihm zwangsläufig von der Trennung durch Herrschaft geprägt (entweder durch die irrationalistische Willkür Gottes oder umgekehrt: dass wir nur einen Gott anerkennen, der durch unsere Erkenntnis beweisbar und damit kontrollierbar ist).

Die Konsequenz: Satan hatte Unrecht. Gottes Liebe war kein Schwachsinn. Denn Gott hatte Hiob zuerst geliebt, sich ihm erkenntlich gemacht und ihn dadurch freigesetzt zur wirklichen Gottesliebe, die ihn selbst im schlimmsten Leid noch zu Gott hinführte…er konnte es einfach nicht lassen, mit Gott zu reden…vielleicht hat er

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