Hiob: christlicher Nutzenmaximierer?
Gerade lese ich seit langem mal wieder Hiob. Hiob zeigt, was Beziehung zu Gott wesentlich ausmacht: Ganz am Anfang freut sich Gott über Hiob. Er ist mit ihm befreundet, und steht zu ihm in einer Beziehung. Hiob wird beschrieben als „Vorbild an Rechtschaffenheit“ und jemand, der „Gott ernst nimmt“ und sich „von allem Bösen fernhält“(Hiob 1,1).
Doch Satan, der „Geist der stets verneint“ (Goethe, Faust 1), negiert diese Liebesbeziehung zwischen Gott und Hiob. Er klagt Hiob an, als „christlichen Nutzenmaximierer“: „Würde er dir gehorchen, wenn es sich für ihn nicht lohnte?“ (Hiob 1,9). Gott läßt zu, dass Satan prüft, ob die Liebe Hiobs zu Gott echt ist, unabhängig davon, ob es Hiob gut oder schlecht geht. Er will, dass alle Welt (die sichtbare und die geistliche) erkennt, dass Gott geliebt wird und dass Gott Hiob liebt. Fest steht schon mal, dass Gottes Vorbild von einer Liebesbeziehung nicht durch den individuellen Vorteil, den man aus einer Beziehung ziehen kann, geprägt ist, sondern durch Hingabe.
Was stellt sich am Ende heraus? Wer gewinnt die Wette? Satan, der eigentlich nur eines im Sinn hat: Gottes Liebe für Schwachsinn, für unvernünftigen Wahnsinn zu erklären? Der, der damit eigentlich die ganze Schöpfung des Menschen, die ganze Sehnsucht Gottes nach einem Gegenüber, verhöhnen will? Ist Gottes Liebe zu den Menschen angesichts der Sünde, die wir seit Jahrtausenden ausüben nicht als blanker Unsinn wiederlegt? „Sieh hin, du liebender Gott. Deine Kreaturen wollen deine Liebe nicht, sie wenden sich permanent von dir ab. Selbst die, die vorgeben, eine Beziehung zu dir zu haben, sind nur fromme Nutzenmaximierer. Deine Liebe lohnt sich nicht, Gott.“ … flüstert Satan.
Am 8. Juni 2006 um 09:09 Uhr
schön zu lesen, dass auch andere über hiob posten. gute gedanken auch, danke.